Freitag, 13. März 2009

Achtsam durch die Welt...

Als ich den Wochenauftrag las, wusste ich lange Zeit gar nicht, was ich denn genau betrachten soll und wie ich den Auftrag erfüllen soll. Ich nahm mir vor mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Was mir unter anderem ziemlich aufgefallen ist, war das wechselnde Wetter diese Woche. So konnte es am Mittwoch morgen in Rorschach zuerst richtig schneien und stürmen. Jedoch schien etwas später wieder die Sonne. Das Wetter war diese Woche wirklich merkwürdig und ich fragte mich, wie sich das Wetter so schnell ändern kann; von einem extrem zum anderen...
Auch fiel mir auf, dass es am Morgen, wenn ich wieder in die Schule ging, nicht mehr dunkel war und auch, wenn ich nach Hause kam, war es noch hell. Dies erfreute mich sehr, jedoch war es mir letzte Woche noch nicht so aufgefallen.
Was mir sehr zu denken gegeben hat, war meine Busfahrt am Donnerstag abend. Vorne im Bus hat es bekanntlich zwei vierer Sitze. Auf der linken Seite sass ein älterer Herr und sonst noch 2 Personen und auf der rechten Seite drei Personen, davon ein Ausländer (aus dem Balkan oder so) etwa in unserem Alter. Dieser junge Mann hatte auf dem freien Sitz seinen Rucksack deponiert. In Buchs stiegen viele neue Leute ein und natürlich konnte nicht jede/r sitzen. Der junge Mann liess seinen Rucksack einfach liegen und eine junge Frau, sass dann neben den älteren Herrn. Der ältere Mann begann dann den jungen Ausländer zu beschimpfen, wie unanständig das sei und wie unerzogen die Ausländer doch seinen. Der junge Mann nahm seinen Rucksack runter und meinte nur, dass er dies auch anständig sagen könne und dass er schon Platz gemacht hätte für jemanden anderes. So begann das Streitgespräch. Der ältere Mann wurde richtig beleidigend, so von wegen, geh wieder zurück wo du hinkommst, du Gesindel du, ihr seid so oder so nur geduldet und niemand will euch. Ihr nehmt uns nur das Geld und die Arbeitsplätze weg usw. Der junge Mann liess dies natürlich nicht auf sich sitzen und gab auch zurück, natürlich vergriff auch er sich in der Wortwahl, jedoch hat er nie die Schweiz und unseren Lebensstil beleidigt. Es gab ein lautes Wortgefecht und der junge Mann wurde wirklich beleidigt. Der Buschauffeur mischte sich dann via Mikrophon ein, jedoch sprach er nur zum jungen Ausländer und ermahnte ihn. Auf die verzweifelte Bitte und Aufgebrachtheit, dass er es auch dem älteren Mann sagen soll, der ihn beleidige, ging der Buschauffeur nicht ein. Der ältere Mann begann immer wieder von neuem über ihn zu schimpfen und es fiel auch die Aussage: Warte nur, bald kommt wieder ein Adolf, und dann seid ihr dreckiges Gesindel dran, dann könnt ihr dann schauen wie es euch ergeht!
Die Leute im Bus schauten sich geschockt an. Doch niemand wagte etwas zu sagen. Leider hatte auch ich den Mut nicht. Es stimmte mich sehr traurig und nachdenklich. Lange beschäftigte mich diese Begegnung noch und ich frage mich, wie es dann sein wird, wenn auf der öffentlichen Strasse so etwas geschieht oder jemand belästigt wird. Schaut man dann auch einfach zu? Setzt man sich dann nicht für den Schwächeren ein? Warum ist immer noch so ein Hass auf die Ausländer? Und wie kann man sich nur einen zweiten Adolf Hittler wünschen, nachdem man gesehen hat, was herausgekommen ist, was er angestellt hat??!! Ich verstehe diesen älteren Mann wirklich nicht. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Schweiz immer mehr zur Multi-Kulti-Gesellschaft wird, sollte man doch offener auf fremde Kulturen zugehen! Und vor allem nicht alle in einen Topf werfen! Ich denke es ist wichtig, dass wir Lehrpersonen als Vorbild mit dieser Situation umgehen und die Kinder zu offene und tolerante Menschen miterziehen! Ich denke es ist auch wichtig, dass wir über die anderen Kulturen etwas Bescheid wisssen damit je nach dem auch die Ängste verfliegen...

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